Infoseminar des HDP vom 25. - 26. Juni 2016 in Mainz

Zur schönen Tradition ist es geworden, dass sich die Mitglieder des HDP jährlich in Mainz im Erbacher Hof zum Infoseminar treffen. Lediglich voriges Jahr musste das Infoseminar wegen Umbauarbeiten im Erbacher Hof ausfallen.

Dieses Jahr wurde das Infoseminar erstmals gemeinsam mit den „Jungen Nierenkranken“ durchgeführt. Die gesamte Organisation hat unser Mitglied Bernd Leineweber übernommen. Von allen Teilnehmern dafür ein ganz großes Dankeschön. An beiden Tagen erwartete uns ein straffes Programm.

Am Samstagvormittag referierte Herr Rechtsanwalt Eckhard Mäurer von der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz über das Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Dieses doch sehr trockene Thema hat er sehr anschaulich und lebhaft dargestellt, mit praktischen Beispielen unterlegt und auf aktuelle Urteile des BGH (Bundesgerichtshof) hingewiesen. Spezielle Formulierungen in der Patientenverfügung wurden sehr eingehend und verständlich erläutert. Dieser Vortrag hat sehr gut dazu beigetragen, die eigene Patientenverfügung zu erstellen bzw. eine bereits erstellte Patientenverfügung unter den Gesichtspunkten, die Herr Rechtsanwalt Mäurer dargelegt hat, zu präzisieren bzw. zu überarbeiten.

       

Den zweiten Vortrag am Samstagvormittag hielt Dr. med. Jörg Beimler vom Nierenzentrum Heidelberg. Hier stellte sich die Frage - Nierentransplantation – die optimale Nierenersatztherapie?

Schwerpunkt des Vortrages war: „Wie komme ich als Patient überhaupt auf die Warteliste für ein Organ?“ Ausgangspunkt seines Vortrages war hier die Richtlinie für die Wartelistenführung und die Organvermittlung, die im § 16 Abs. 1 Satz 1 Nummer 2 und 5 des Transplantationsgesetztes (TPG) geregelt ist. Um auf die Warteliste für ein Transplantat gesetzt zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein  und es gibt verschiedene Möglichkeiten bzw. Wege. Diese wurden von Herrn Dr. med. Jörg Beimler sehr anschaulich dargelegt. Neu dürfte für einige die Tatsache gewesen sein, dass man auch transplantiert werden kann, ohne je an der Dialyse gewesen sein, nämlich durch eine präemptive Lebendspende. Das Fazit des Vortrages war, Transplantation nicht um jeden Preis sondern medizinisch sinnvoll.

Weiter ging es nach dem Mittagessen mit Beate Spindler von der PHV (Patientenheimversorgung) Stuttgart. Sie wurde begleitet von Herrn Dieter Kuhn, seines Zeichens Heimhämodialysepatient. Frau Spindler berichtete darüber, wie die Patienten von der PHV auf die Dialyse zu Hause vorbereitet und geschult werden sowie über die verschiedenen Möglichkeiten und Methoden der Heimdialyse. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Vortrages waren die baulichen Veränderungen, welche unter Umständen bei den Patienten zu Hause vorgenommen werden müssen. Im Anschluss stellte sich Herr Dieter Kuhn selbst vor und berichtete über seine Erfahrungen aus 20 Jahren nächtlicher Heimhämodialyse mit ihren Vor-  aber auch Nachteilen aus seiner Sicht.

      

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter mit dem nächsten Vortrag. Frau Rechtsanwältin Cornelia Oster von der Kanzlei Breiter aus Wiesloch informierte uns über „Bezüge vom Sozialstaat bei Patienten mit Dialyse oder Nierentransplantation“. Schwerpunkte des Vortrages waren Sozialrecht, Schwerbehindertenrecht, krankheitsbedingte Kündigung, Grundsicherung, allgemeine und besondere Leistungen sowie Unterstützung bei der Teilhabe am Arbeitsleben. Der Vortrag gab uns  einen Überblick über die einzelnen Pflegestufen, die Aufgaben des Integrationsamtes und die Sozialgesetzbücher. Wir erhielten eine Lehrstunde in Sachen richtiges Stellen eines Antrages und Übergabe desselben beim entsprechenden Amt (persönlich oder per Fax). Ich denke, das war für uns alle sehr lehrreich.

Der Samstagnachmittag schloss mit dem Vortrag von Herrn Dr. med. Mark Sajthy vom Dialysezentrum Mainz zum Thema „Vitamin D bei Dialyse und Transplantation“. Zusammensetzung, Aufbau und Wirkungsweise des Vitamin D wurden erläutert. Neben der Vorstellung von verschiedenen Studien zu Vitamin D wurde auch über pleiotrope Effekte berichtet. Resümee des Vortrages: Vitamin D ist ein Hormon, es ist kein Universalheilmittel und kein „Jungbrunnen“.

Zum Abschluss des Tages gingen wir nach dem Abendessen in kleinen Gruppen über das Johannisfest, welches gerade an diesem Wochenende in Mainz stattfand.

Der Sonntagvormittag begann mit dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Peter Findeisen vom Labor Limbach in Heidelberg zum Thema „Knochenstoffwechsel bei Dialysepatienten und Transplantierten“. Prof. Findeisen stellte uns in Bildern und kurzen Sätzen das Labor in Heidelberg vor. Im Rahmen des Vortrages erhielten wir einen Überblick über Knochenaufbau, Knochenabbau, die Wirkung des Parathormons, Laborparameter bei chronischer Niereninsuffizienz, FGF 23 und Knochenalkalische Phosphatase (AP).

Den Abschluss am Sonntagvormittag gestaltete Bernd Leineweber mit seinem Erfahrungsbericht von 37 Jahren Nierenersatztherapie.

Es gab bei allen Vorträgen eine angeregte und gute Diskussion, gestellte Fragen konnten hinreichend beantwortet.

In der Feedback-Runde zum Ende des Seminars war durchweg eine positive Resonanz erkennbar. Hier nur einige Schlagworte: gute Runde, informative Vorträge, klasse Referenten, die Mischung der Vorträge war sehr gut, Informationen helfen das eigene Krankheitsbild in den Griff zu bekommen, viele neue Informationen, sehr kurzweilig, juristischer Einblick war sehr gut, rundum schönes Seminar.

Es war sehr viel „Stoff“ zum Nachdenken und wird den einen oder anderen noch einige Zeit beschäftigen.

Im Namen aller Teilnehmer sprach Jörg Rockenbach den Dank an alle Tagesgäste, Referenten, Teilnehmer, den Organisator und auch an Carola Wehn aus. Carola hatte als kleines Dankeschönpräsent für die Referenten selbstgebrauten Holunderblütensirup spendiert.

Das HDP-Infoseminar wurde in diesem Jahr durch die KKH - Kaufmännische Krankenkasse finanziell unterstützt.

Martina Ohmann

Bericht zum Sportseminar des HDP vom 01. - 04. September 2016 in Wetzlar


Auch in diesem Jahr veranstaltete der Heimdialysepatienten e. V. mit freundlicher Unterstützung der Techniker Krankenkasse vom 1. bis 4.  September 2016 ein Sportseminar in der Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar. Ziel des Seminars war es auch in diesem Jahr wieder, vielfältige Sportmöglichkeiten aufzuzeigen und auszutesten und mehr über die Bedeutung von Sport in Zusammenhang mit der Erkrankung zu erfahren.
Am Donnerstag zum Mittagsessen reisten wir an, 18 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Dialysepatienten, Transplantierte, Lebendspender und Angehörige.

Um 14 Uhr begann dann der Seminarteil in unserem Seminarraum mit einer Vorstellungsrunde, bei der wir diejenigen, die dieses Mal neu dabei sind, kennen lernen konnten, und sie uns, und in der wir auch erfuhren, wie es allen in den letzten Monaten ergangen ist. Neu dabei war diesmal auch eine Lebendspenderin mit Ihrem Mann, die Ihrem Bruder, der schon länger beim HDP e.V. aktiv ist, eine Niere gespendet hat.
Am Nachmittag stand dann erst mal eine Wanderung von circa 7 Kilometern unter dem Motto „Walk & Talk“ auf dem Programm. Dabei gab es immer wieder die Gelegenheit sich mit einzelnen vertiefter auszutauschen und von den gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren.

Nach dem Abendessen, das wir bei schönstem Sonnenschein und angenehm sommerlichen Temperaturen im Freien genießen konnten, fanden wir uns zum Abendprogramm wieder im Seminarraum ein. Der Organisator des Sportseminars, Jörg Rockenbach,  konnte Frau Prof. Dr. med. K. Schlosser vom Agaplesion Evangelischen Krankenhaus Gießen (Leitende Oberärztin und Leiterin der neu eingerichteten Sektion „Gefäßchirurgie und Endokrine Chirurgie“ und besondere Spezialistin zum Thema Nebenschilddrüsen und Knochenstoffwechsel) für einen Vortrag zum Thema „Einfluss von Sport und Bewegung auf Knochen und Gesamtbefinden bei Patienten mit CNI“ gewinnen. Wichtig war ihr dabei insbesondere, darzulegen, welchen Einfluss Sport und Bewegung auf die Gesamtgesundheit haben und uns davon zu überzeugen, einen regelmäßigen Übungs- oder Bewegungsplan in unseren Alltag zu integrieren. Außerdem stellte sie uns ein aktuelles Bewegungsprogramm vor, das uns vielleicht zum Nachahmen am eigenen Dialysestandort anregen soll. Zunächst legte sie uns dar, welcher „Leistungsknick“ in der Regel mit Nierenerkrankung und Dialysepflicht einhergeht: Bei Dialysepatienten ist die Muskelkraft in der Regel um 30 -60% vermindert, wobei die Kraft der Beinmuskulatur besonders beeinträchtigt ist, die allgemeine Ausdauer liegt in der Regel bei bis zu 60% unter der Altersnorm und es bestehen oft Beeinträchtigungen der Koordination und Flexibilität durch zusätzlich bestehende Neuropathie und Osteopathie. Ursache hierfür ist nicht zuletzt, dass Dialysepatienten zusätzlich 600 – 1000h/Jahr im Liegen verbringen, eben an der Dialyse. Aber auch sonst kommt es oft zu Schonung und Vermeidung von Bewegung, was wiederum zu weiteren Funktionseinbußen und Schwäche führt, so dass schon bei geringer Anstrengung Überlastung und Erschöpfung auftreten. Dieser Bewegungsmangel hat negative Folgen für Muskulatur, Knochenstoffwechsel, Herz-Kreislaufsystem. Nervensystem und führt zu oft erheblichen Einschränkungen im Alltag.
Dagegen steigert regelmäßiger Sport die körperliche Fitness, schafft Selbstvertrauen und sorgt für gute Laune. Viele Dialysepatienten empfinden dies als eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Beispielhaft als positive Auswirkungen von Sport genannt werden unter anderem Senkung des Blutdrucks, Anregung des Stoffwechsels, Stärkung der Herzfunktion, Vorbeugung von Arterienverschlüssen, Minderung von Muskel- und Knochenbeschwerden, Reduktion von Medikamenten bis hin zur Steigerung der Wirkung der Dialyse durch Sport. Außerdem stellte uns Frau Prof. Schlosser Beispiele von systematischem Ergometertraining während der Hämodialyse im Zentrum vor. Neben dem Ergometertraining gehörten in das Programm Training von Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer mit Aufwärm-, Dehn- und Lockerungsübungen neben Muskel- und Herz-Kreislauf-Ausdauereinheiten. Die nachgewiesenen Effekte dieses Programm waren beachtlich. So konnte unter anderen der Blutdruck gesenkt, die Dialysequalität gesteigert, die Medikamentation zurück gefahren und  der EPO Bedarf reduziert werden. Beindruckend waren auch die Berichte von einzelnen Patienten, die aufgrund der Teilnahme an diesem Programm aus der Pflegebedürftigkeit wieder in die Eigenständigkeit geführt werden konnten. Man bedenke einmal, was durch systematischen Sport an der Dialyse für Einsparpotential im Gesundheitssystem entstehen könnte durch geringere Medikamentation und geringere Pflegebedürftigkeit. Traurig allein ist die geringe Verbreitung derartiger Konzepte in der Praxis und das Fehlen engagierter Unterstützer, wenn es an die tatsächliche Umsetzung vor Ort gehen soll. Wir bedanken uns bei Frau Prof. Schlosser für ihr besonderes Engagement. Ein Vortrag, der uns in Erinnerung bleiben wird, nicht zuletzt durch die Referentin, die wirklich für ihr Thema und ihren Beruf „brennt“, was in dieser Form nicht oft zu finden ist.
Der Abend klang gemütlich aus im Bistro der Sportjugend, bei guten Gesprächen.
Der Freitagvormittag stand noch einmal ganz im Zeichen der Weiterbildung. Nach dem reichhaltigen Frühstück begrüßten wir zunächst Dr. Lars Bur am Orde von der Nephrologischen Praxis und dem PHV Dialysezentrum Wetzlar zu einem Vortrag zum Thema „Diabetes vermeiden durch Sport und Bewegung“. Wir lernten, dass es in Deutschland 10% Diabetiker gibt, von denen 90% Typ 2 Diabetes haben. Die gute Nachricht: Diabetes Typ 2 kann oft vermieden oder verbessert werden durch angepasste Ernährung und Sport. Studien aus den USA, Finnland und Indien weisen auf die Bedeutung für die Diabetes-Vorbeugung hin: Wer täglich mehr als eine halbe Stunde Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, verringert das Erkrankungsrisiko um 36 Prozent! Außerdem: Wer fitter und schlanker in eine Nierentransplantation geht, hat ein geringeres Risiko für Komplikationen der OP und ein geringeres Risiko einen Kortison-Diabetes zu bekommen. Allgemein führt Sport zu mehr Muskeln und weniger Fett, wodurch der Alltag leichter gemeistert werden kann. Ausdauersport stärkt das Herz, gerade bei Herzkranken. Bessere Blutfettwerte durch Sport verringern das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Wir erfuhren, dass Sport nicht nur zur Diabetes-Prohylaxe beiträgt, sondern auch wenn sich bereits ein Typ 2 Diabetes ausgebildet hat, körperliches Training wichtig ist, denn Sport wirkt der Insulinresistenz entgegen: In der Folge steigt die Glukoseaufnahme und die erhöhten Blutzuckerwerte sinken. Auch der HbA1c-Wert lässt sich durch Sport nachweislich senken. Die optimale Therapieform sehen die aktuellen Empfehlungen in einer Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Dabei sollte Ausdauertraining für 150 Min/Woche mit nicht länger als 2 Tagen Pause, mindestens an 3 Tagen erfolgen, Krafttraining jeden zweiten Tag mit elastischen Bändern und Gewichten (mäßig).
Der zweite Vortrag des Tages wurde von Peter Kreilkamp, Dialysepatient und Vorstands-Mitglied des TransDia-Sport Deutschland e.V., gehalten. Thema war „Körperliche Aktivität vor und nach der Transplantation“. Peter führte uns die besondere Bedeutung von Sport vor und nach der Transplantation noch einmal ganz deutlich vor Augen: Vor der Transplantation dient der Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Stärkung des Selbstbewusstseins und dem Zweck trotz Dialyse transplantabel zu bleiben, was aufgrund der langen Wartezeiten auf ein Organ in Deutschland besonders wichtig ist. Nach der Transplantation stehen dann die Erhaltung des Transplantats sowie die Reduzierung bzw. das Halten von Gewicht und Blutdruck und Erhaltung der Robustheit/ Resilienz als positive Effekte des Sports im Vordergrund.
Schon Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) hat die Bedeutung von Sport erkannt: „Alle Teile des Körpers, die zu einer Funktion bestimmt sind, bleiben gesund, wachsen und haben ein gutes Alter, wenn sie mit Maß gebraucht werden. Wenn man sie aber nicht braucht, neigen sie eher zu Krankheiten, nehmen nicht zu und altern vorzeitig.“ Also keine falsche Schonung, trotz oder eben gerade wegen Erkrankung. Dies wird auch durch wissenschaftliche Erkenntnis gestützt, die zu dem Ergebnis kommen: „Leistungseinbußen im mittleren Alter entstehen nicht primär durch biologische Alterung sondern durch inaktive Lebensweise.“ Peter lieferte uns auch noch überzeugende Killerargumente gegen den inneren Schweinehund im Kampf mit dem Sport: Für Transplantierte: Ren sanus in corpore sane (Gesunde Niere im gesunden Körper) und die Verpflichtung dem Spender gegenüber; Für Dialysepatienten: Möglichst viel Lebensqualität erhalten und transplantabel bleiben. Ein weiterer Tipp: Bewegung suchen im Alltag, z.B. Stufen statt Rolltreppe, Fahrstuhl. Außerdem weist uns Peter auf die vielfältigen Sportveranstaltungen für Transplantierte und Dialysepatienten hin, wie die „Deutschen Meisterschaften für Transplantierte und Dialysepatienten“, die im Mai 2017 in Leipzig stattfinden werden, die „Radtour pro Organspende“, mitorganisiert durch unser Vereinsmitglied Jörg Rockenbach, in 2017 im Juli, die „World Tranplant Games“, im Sommer 2017 in Málaga und die „European Transplant and Dialysis Sport Championships“.
Nach dem Mittagsessen ging es dann praktisch weiter mit der Rückenschule von Dipl. Personal Trainerin Carina Reuschling. Im Mittepunkt standen diesmal Übungen mit einem lasch aufgeblasenen kleinen Ball als Trainingsgerät, von dessen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zur Rückenertüchtigung wir uns praktisch überzeugen konnten. Aber auch die Tiefenentspannung am Ende des knapp zweistündigen Programms kam nicht zu kurz.
Danach ging es für einige zur Dialyse in der PHV Wetzlar, die anderen spielten Schwedenschach und ließen dann nach dem Abendessen den Abend wieder gemütlich ausklingen.
Am Samstag stand wieder ein vielfältiges Sportprogramm zur Verfügung, für das wir uns diesmal in kleinere Gruppen aufteilten. So konnte jeweils eine Gruppe eine circa einstündige Radtour mit gemieteten E-Bikes unternehmen. In dem doch recht hügeligen Wetzlar liessen sich die Vorteile des E-Bikes auf dieser Tour fantastisch erproben, und der ein oder andere wurde angespornt, auch zu Hause nach dieser Möglichkeit Ausschau zu halten und so den Drahtesel doch wider ein wenig öfter zu besteigen. Eine andere Gruppe erprobte im Crossboccia-Spiel die unterschiedlichsten Örtlichkeiten der Umgebung als Spielfläche, vom Basketballkorb über die Halfpipe der Skater, alles kann bei diesem Spiel eingebunden werden, was den Spaßfaktor enorm steigert. Ein weiteres Sportangebot ist auch wieder Yoga unter meiner Leitung. Mit dabei sind neben Atem- und Entspannungsübungen die 5 Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule und der Sonnengruß, aber auch ganz klassische Yogapositionen wie der Hund oder der Baum.
Nach dem lockeren Grillabend im wunderbar lauem Sommerabend wurden wir spontan von den Jugendübungsleitern in Ausbildung, die parallel zu uns grillen, animiert an einem Menschen-Mensch-ärger-Dich-nicht-Spiel teilzunehmen, bei den die Spielfiguren durch Menschen auf entsprechend großem Spielfeld im Innenhof dargestellt werden. Es wurde ein lustiger, langer Abend im regen Austausch mit den jungen Leuten.
An unserem letzten Tag, dem Sonntag, war uns das Wetter leider nicht mehr hold. Das eigentlich geplante Minigolfturnier am Vormittag musste wegen strömenden Regens abgesagt werden. Alternativ gab es eine vorgezogene Feedbackrunde und anschließend Zeit für ein Brainstorming, in dem Wünsche und Vorschläge für das nächste Sportseminar geäußert werden konnten.
Vielen Dank an die Techniker Krankenkasse für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Selbsthilfeförderung und an Jörg Rockenbach für die tolle Organisation eines durch und durch gelungenen verlängerten Wochenendes, das ganz im Zeichen des Sports- und des Austauschs stand.

Stefanie Neuhäuser


Fotos von unseren Aktivitäten kann man sich aber schon mal bei Facebook über diesen Link ansehen. (ohne Anmeldung möglich)

Das HDP-Sportseminar wurde in diesem Jahr durch die TK - Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt.

Vom 03. bis 06. September 2015 fand das HDP-Sportseminar in Wetzlar in der Sport und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen statt.

Am Donnerstag Vormittag reisten die 20 Teilnehmer nach Wetzlar an, wo nach der Begrüßung gleich eine moderne Schnitzeljagd (Geocaching) auf dem Plan stand. An den folgenden Tagen waren dann Vorträge zum Thema Sport und Dialyse sowie Ernährungstipps auf dem Plan. Sportlich gab es noch Crossboccia, Frisbee Golf, E-Bike fahren, Yoga, Rückenschule, Wandern und Minigolf.

Wenn Sie nicht wissen was sich hinter den exotisch klingenden Sportarten verbirgt und wie viel Spaß wir dabei hatten, können Sie sich über diesen Link ein Bild davon in unserem Fotoalbum machen.

Das HDP-Sportseminar 2015 wurde durch die Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt.

Bericht zum Stand des HDP auf der 24. Erfurter Dialysefachtagung vom 07. bis 08.05.2015

Dirk Spannenkrebs, Martina und Ottmar Ohmann sind der Einladung der RRC-Congress GmbH nachgekommen und haben zur 24. Dialsysefachtagung den Verein mit einem Infostand vertreten. Der Veranstalter stellte uns dieses Jahr im Treppenhaus eine größere und besser gelegen Fläche für den Infostand zur Verfügung, welche am 06.05.2015 in den Nachmittagsstunden durch uns aufgebaut wurde.

Infostand

Dirk Spannenkrebs erstellte in Vorbereitung zur Tagung eine Diashow. Vereinsmitglied Bärbel Dittmann ist bei der Durchführung ihrer PD und Vereinsmitglied Dirk Spannenkrebs ist bei der Durchführung der Heimhämodialyse zu sehen. Dieser Beitrag wurde per Laptop über einen Monitor am Infostand gezeigt. Der Beitrag kam bei den Teilnehmern der Dialysefachtagung sehr gut an.

Tagungsteilnehmer aus Österreich zeigten reges Interesse an der Problematik Heimdialyse. Sie legten dar, welche Probleme es in Österreich gibt, weil dort die Krankenkassen nicht bereit sind, die Kosten dafür zu tragen. In ihrem Bereich gibt es nur einen Patienten, der Heimdialyse durchführt und bei diesem handelt es sich um einen praktizierenden Arzt. Selbst aber gäbe es Patienten, die auch Interesse an einer Heimdialyse bekunden und zur Zeit versuche man, über die Bauernkrankenkasse in Österreich eine Finanzierung der Heimdialyse zu erreichen.

Den Tagungsteilnehmern aus Österreich wurden Prospekte des Vereins übergeben und sie sicherten zu bei Bedarf Kontakt mit dem Verein aufzunehmen. Ein Tagungsteilnehmer aus einem Berliner Dialysezentrum fragte nach, wie das Interesse für die Heimdialyse sei. Er selbst habe einen Patienten, welcher Heimdialyse durchführt und wollte im Interesse der Logistik wissen, ob uns weitere Heimdialysepatienten im Berliner Raum bekannt sind. Er wurde auf die Internetadresse des HDP verwiesen, auf welcher ersichtlich ist, welche Vereinsmitglieder in Berlin und Umgebung wohnen. 2 Dialyseschwestern aus Berlin nahmen den Filmbeitrag über die Heimdialyse von Dirk Spannenkrebs kritisch in Augenschein und stellten im Anschluss fest, dass die durchgeführte Heimdialyse fachlich und auch hygienisch korrekt durchgeführt wird.

Durch die Firma nx-Stage medical (www.nxstage.com) wurde ein neu entwickeltes Heimdialysegerät vorgestellt, welches sehr gut in der Handhabung ist. Das Gerät ist so klein, dass es auf einem einfachen Rolli, in der Größe eines größeren Koffers, von einer Person ganz bequem transportiert bzw. hinter sich hergezogen werden kann. Man kann dieses Gerät problemlos bei einer Urlaubsreise mitführen.

Dirk Spannenkrebs hat Kontakt mit den Vertretern der Firma nx-Stage medical aufgenommen und es wurde durch die Verantwortliche des Standes dargelegt, dass ihre Firma in den USA tätig ist und sie bereits ihre Geräte in mehreren europäischen Ländern vertreiben. Derzeit will sich die Firma in Deutschland etablieren. Die Vertreterin der Firma nx-Stage medical hat angeboten, dieses Gerät im Rahmen eines Infoseminars den Mitgliedern des Vereins HDP vorzustellen. Die Kontaktdaten wurden beidseitig ausgetauscht.

transportable Dialysemaschine

Ein anderer Teilnehmer der Tagung , welcher den Bereich der Technikausstellung besuchte, informierte sich über die Ziele und den Zweck unseres Vereins. Seine Firma ist mit dem Bau von Pumpen für Dialysemaschinen beschäftigt. Er erkundigte sich speziell bei Dirk Spannenkrebs nach den für die Heimdialyse benutzten Geräten.

Zwei Dialyseschwestern aus Cottbus haben sich den Filmbeitrag angesehen und sich durch Dirk Spannenkrebs ausführlich den Ablauf der Heimhämodialyse erklären lassen. Ihnen war bisher nicht bekannt, dass jemand allein die Heimhämodialyse durchführt.

Es gab wie jedes Jahr sehr interessante Vorträge, speziell auch für PD und Heimhämodialyse. Alles in allem war unsere Infostand ein voller Erfolg und wir haben wieder sehr viele interessante Gespräche geführt und viele unserer Flyer verteilt.

Dirk Spannenkrebs, Martina Ohmann, Ottmar Ohmann